Baugeschichte im Detail

Über den ersten Klosterhof von Trun, der sich heute als stattlicher Barockbau am westlichen Ortsausgang präsentiert, sind keine genauen Baudaten bekannt. Eine Grabung von 1989 weisen einfache Vorgängerbauten nach, die auf die Zeit vor 765 zurückgehen. Durch ein Legat des Bischofs Tello erlangte das Kloster Diesentis den ersten Grundbesitz in Trun. Das schlichte Gebäude diente zunächst als klostereigener Verwaltungssitz und ab 1424 zusätzlich dem Grauen Bund als Tagungs- und Gerichtsort. Unter Abt Nicolaus Tyron von Trun wurde 1588 ein vergrösserter Bau über die Fundamente des Vorgängers errichtet. Dabei wurden einzelne Bauteile des alten Gebäudes, etwa die schönen Türumrahmungen aus Haustein, übernommen.

In der Regierungszeit des Fürstabtes Adalbert II. de Medel (1655-1696) wurde von 1674 bis 1679 der Neubau errichtet. Der Baumeister Pedrut de Rungs aus dem Lugnez erstellte damit eine der schönsten Barock-Profanbauten in der Region. Die Holzarbeiten wurden durch den Meister Gion Giger aus Trun geschaffen.

Der Nachfolger Fürstabt Adalberts II. de Medel, Adalbert III. Defuns (1696-1719, widmete sich dann der Vollendung des Gebäudes durch eine angemessene Innenausstattung. Dazu zählten der Ausbau der Wohnräume der Äbte, die Täfelung der Abtsstuben und die Ausmalung des Landrichtersaales. Auch die Errichtung einer Hauskappelle im dritten Obergeschoss und das Mariengemälde über den Eingang gehen auf Adalbert III. zurück. In der Folgezeit blieb die «Cuort Claustrala» baulich weitgehend unverändert.

Der vierte grosse Brand in der Klostergeschichte 1846 führte zu einer grossen finanzielle Not und diese veranlasste der Abt, die Güter und Hof in Trun zu veräussern. Als Käufer trat schliesslich Gion Giachen Cavegn in Erscheinung, ein Auswanderer aus Dardin, der es in Spanien zu Wohlstand gebracht hatte. So gelangte der Klosterhof in Privatbesitz und dienste zuletzt drei Familien als Wohnraum, wobei der Landrichtersaal stets dem Bezirksgericht Cadi vorbehalten blieb.

In den Jahren 1930-1934 musste das Gebäude umfassend saniert werden. Im Januar 1934 wurde die Stiftung «Cuort Ligia Grischa» errichtet. Der erste Stiftungsrat setzte sich zusammen aus fünf Mitgliedern: Zwei Regierungsräte, der Präsident des Bezirksgerichtes, der Gemeindepräsident von Trun und der Direktor der Rhätischen Bahn.

In den Jahren 1989 bis 1992 folgten grundlegende Renovierungsarbeiten, die von der Architektin Monika Brügger aus Chur durchgeführt wurden.